Wednesday, 25. january 2012
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19:09
Ja, was soll ich sagen? Ich habe den Job! Nach dem Gespräch bin ich wie betäubt nach Hause gefahren und habe zuhause mit meiner Frau, Hanna und Paul mit Champagner gefeiert, den ich irgendwann
einmal zum Geburtstag bekommen habe. Schwiegervater sei Dank! Aber jetzt muss ich mich erst einmal neu einkleiden. Mein alter Anzug taugt auch nicht mehr viel und jeden Tag kann ich den nicht
tragen. Zum Glück ist hier in der Nähe ein Boss Lagerverkauf. Birgit und ich sind direkt am nächsten Tag mal zum Boss
Lagerverkauf gefahren, um groß einkaufen zu gehen. Wir sind zwar trotzdem vernünftig geblieben, ich will den Kopf schließlich nicht verlieren, aber einiges war doch schon drin. Vor allem war
der Boss Lagerverkauf wirklich vergleichsweise günstig und gut sortiert! Birgit hat sich auch bei der Damenkleidung umgesehen, die beim Boss Lagerverkauf auch vertreten war und gesagt, wenn wir
endlich aus dem Gröbsten raus sind, möchte sie sich hier was erlauben. Dann sind wir zu den Anzügen, haben uns da beraten lassen (so unangenehm voll wie bei anderen Lagerverkäufen war es beim
Boss Lagerverkauf gar nicht) und ich habe mir zwei Anzüge und mehrere Hemden gekauft. Ich glaube, der Boss Lagerverkauf hat mich nicht zum letzten Mal gesehen!
von ukkner
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Friday, 20. january 2012
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09:12
Ich habe ein paar Tage probegearbeitet. Meiner Frau und den Kindern habe ich erst einmal nichts davon erzählt (und auch vorher mit dem Schwiegervater abgesprochen), weil ich es selbst probieren
und keine falschen Hoffnungen wollte. Aber was soll ich sagen – ich bin positiv überrascht. Der Chef ist nett, die Mitarbeiter sind nett und in Verkaufsgesprächen scheine ich mich gar nicht so
schlecht anzustellen. Naja, Autos mochte ich schon immer. Morgen habe ich ein Gespräch mit dem Chef, bei dem darüber gesprochen wird, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass er mir eine Festanstellung
anbietet! Das wäre die beste Nachricht des Jahres!
von ukkner
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Saturday, 14. january 2012
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13:58
Ich glaube, am schwierigsten war es für unsere Kinder. Hanna, unsere Älteste, ist jetzt fünfzehn und damit genau in dem Alter, in dem Markenprodukte immer wichtiger werden. Ich kann sie nur zu
gut verstehen, so lang ist es noch nicht her, dass ich selbst jung war und Wert auf so etwas gelegt habe. Aber wir können ihr das alles leider nicht bieten, so gerne wir würden. Sie hat jetzt
angefangen, Zeitungen auszutragen. Mir tut es leid, wenn ich sehe, wie sie ihr Geld zählt, um herauszufinden, ob es für die Erfüllung ihrer Wünsche reicht. Paul ist erst zwölf, ihm ist das alles
noch recht egal – zum Glück. Mein Schwiegervater hat mich nämlich vor kurzem beiseite gezogen und mir erzählt, dass ein Freund von ihm dringend einen Autoverkäufer sucht und ob ich mir das nicht
zutrauen würde. Autoverkäufer? Ich? Aber mittlerweile bin ich soweit, dass ich alles einfach mal versuchen will.
von ukkner
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Saturday, 7. january 2012
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10:24
Seit zwei Jahren bin ich jetzt arbeitslos. Als gelernter Einzelhandelskaufmann dachte ich eigentlich immer, meine Branche wäre halbwegs sicher. Naja, so kann man sich täuschen. Meine alte Firma
hat pleite gemacht und mein Chef hat fast geweint, als er uns die Kündigung mitteilen musste. Wenigstens hat er es jedem von uns einzeln gesagt und nicht einfach einen Brief geschickt, wie es
einem Freund von mir passiert ist. Trotzdem war es ein großer Schlag. Von einem Tag auf den anderen sah ich unsere Zukunft wegbrechen – das Haus, das wir gerade gekauft hatten, der jährliche
Familienurlaub, der Lebensstandard. Aber mittlerweile haben wir uns damit arrangiert. Meine Frau arbeitet Vollzeit und ich kümmere mich um das Haus und die Kinder. Dass wir das Haus nur haben,
ist nur meinem Schwiegervater zu verdanken. Und hin und wieder arbeite ich irgendwo schwarz, um wenigstens ein bisschen was dazuzuverdienen. Das zerrt alles sehr an meinen Nerven.
von ukkner
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